Gute Erfahrungen mit BESSER

Das Projekt BESSER Plus baut auf den guten Erfahrungen auf, die wir mit dem Projekt “BESSER gesund leben” gemacht haben. Dabei haben Menschen erlebt, wie ihr Leben in Bewegung gekommen ist. Einige von ihnen erzählen ihre Geschichten.

Claudia boxt jetzt

Als Claudia bei ihrer Arbeit in der Werkstatt von dem BESSER-Projekt hörte, da dachte sie gleich: „Das könnte etwas für mich sein.“ Es ging ihr damals nicht gut. Erst war ihr Hund gestorben und kurz danach ihr Lebensgefährte. Sie musste seine Wohnung sehr schnell räumen und fast alles wegwerfen. „Ich hatte gar keine Zeit zum Trauern“. Gleichzeitig wurde ihre eigene Wohnung renoviert, so dass sie zeitweise woanders untergebracht wurde. Es war eine schlimme Zeit. Claudia fühlte sich einsam. „Ich war sehr traurig.“

Davon erzählte sie Katharina Wilharm, als die ein paar Tage später bei ihr war. Denn Claudia hatte sich kurz zuvor beim BESSER-Projekt angemeldet und bekam nun regelmäßig Besuch von der Gesundheitslotsin. Die vermittelte den Kontakt zur Psychiatrie des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf – und Claudia konnte direkt aufgenommen werden. Fünf Wochen blieb sie in der Klinik. Als sie entlassen wurde, ging es ihr zwar deutlich besser, aber sie fühlte sich immer noch sehr alleine. Aber gemeinsam mit Katharina Wilharm baute sie sich ein Leben auf, von dem sie heute sagt: „Es geht mir gut“.

Denn in Gesprächen mit der Gesundheitslotsin fand Claudia heraus, was sie in ihrem Leben in Bezug auf ihre Gesundheit ändern wollte. Mehr Bewegung wünschte sie sich und weniger alleine zu sein, sie wollte lernen, sich besser entspannen zu können und weniger Stress haben, sich gesünder ernähren. „Ich konnte alles mit Katharina besprechen. Sie hat mir zugehört und hatte gute Ideen“, erzählt Claudia über die 12 Monate, in denen Katharina Wilharm regelmäßig zu ihr kam.

Gemeinsam haben sie Angebote gefunden, die Claudia Lust hatte, auszuprobieren. Einige davon bereichern ihr Leben bis heute: Sie geht jetzt jede Woche schwimmen oder zum Fitnessboxen, hat Physiotherapie und besucht eine Form von Ergotherapie, bei der sie malt, bastelt oder spielt und dabei redet. Und die beiden haben herausgefunden, dass es gleich um die Ecke einen regelmäßigen Treffpunkt von „Leben mit Behinderung“ gibt. Auch das ist ein fester Termin in der Woche.

Bei dem Projekt BESSER gesund leben sind Wege entstanden, die Claudia heute alleine geht: So hat die 59-Jährige jetzt eine persönliche Assistentin, die einmal pro Woche kommt und sie bei vielen Alltagsdingen unterstützt, mit der sie aber „auch schöne Sachen unternimmt“ und die ihr so viel bedeutet, dass sie sie zu ihrem 40jährigen Dienstjubiläum in die Werkstatt eingeladen hat. Ein Pflegedienst kommt einmal pro Woche und sortiert Claudias Medikamente vor.

Und auch beim Thema Entspannung hat Claudia sich besser kennengelernt und weiß, was ihr guttut. Spazierengehen in der Natur zum Beispiel. Sie hat Entspannungsmusik auf dem Handy, ein Boxkissen zu Hause und einen Igelball. Für ihre Gesundheit hat sie jetzt regelmäßig Termine im Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI) in Alsterdorf. Dort steht sie auch auf der Warteliste für eine Psychotherapie.

Das BESSER-Projekt hat Claudia Anstöße gegeben, es hat ihr Leben verändert. Und sie hat noch mehr vor: Sie will jeden Sonntag Walken zu gehen und macht einen Lese- und Schreibkurs. Aber sie freut sich auch über das, was sie schon erreicht hat. Über die vielen neuen Kontakte und Aktivitäten.


Jacqueline kommt sich auf die Spur

Als Jacqueline vom BESSER-Projekt hörte, dachte sie: „Das brauche ich:“ Sie war gerade aus einer stationären Wohngruppe in eine eigene Wohnung umgezogen und „total gestresst“. Sie hatte gleich mehrere „Baustellen“ in ihrem Leben und den Verdacht, dass die alle miteinander zusammenhingen: Gegen den Stress würde Bewegung helfen. Aber die war ihr unmöglich. Denn seit über zwei Jahren schon hatte sie eine Schleimbeutelentzündung im Knie, die sie sehr einschränkte. Sie konnte vieles nicht machen, was sie gern tun wollte. Wahrscheinlich eine Folge der Lebensmittelunverträglichkeiten, die ihr Körper immer wieder neue Entzündungen entwickeln lässt und die ihre Lebensqualität stark minderte. Magenschleimhautentzündung bei Stress, Schultergelenksentzündung und immer dieses Knie: „Ich fühlte mich manchmal wie eine Oma“, erzählt Jacqueline. Der Rat ihrer Hausärztin: „Lassen Sie mal den Weizen weg“. Aber das allein änderte nichts.

Dann aber startete Jacqueline im Oktober 2023 als Teilnehmerin des BESSER-Projekts und bekam regelmäßig Besuch von Gesundheitslotsin Katharina Wilharm. Die empfahl ihr, regelmäßig Schafgabentee zu trinken. Der ist inzwischen ein Begleiter in schwierigen Phasen, der ihr wirklich hilft. Und die beiden begaben sich auf Spurensuche, gingen zusammen Lebensmittel für eine antientzündliche Ernährung einkaufen und fanden heraus, was Ersatzprodukte sein können für die Lebensmittel, die Jacqueline nicht verträgt. „Katharina hat mir dabei geholfen, wie ich mein Wissen im Alltag besser umsetzen kann“. Sie fanden eine Kochgruppe, von der Jacqueline sagt: „Da gehe ich gerne hin. Es sind auch noch zwei andere Menschen mit Unverträglichkeiten dabei, und da muss ich mich nicht rechtfertigen. Das macht weniger Stress. Zusammen kochen und essen wir.“ Die Magenspiegelung, die Katharina außerdem anregte, ergab schließlich eine stille Gastritis. Auf eigene Kosten ließ Jacqueline noch ihren Darm untersuchen.

Und sie probierte es mit Sport: Bauch, Beine, Po passte nicht, aber Federball konnte sie sich gut vorstellen. Aber dann flammte die Knieentzündung wieder auf, und sie konnte es leider doch nicht ausprobieren. Zusammen mit Katharina hat sie herausgefunden, dass es oft auch Stress ist, der ihren Körper in Alarmbereitschaft versetzt und neue Entzündungen produziert. „Manchmal bin ich überreizt, dann hilft es, wenn ich einfach hier sitze und ein Buch lese oder einen Film schaue“. Über die Zeit im BESSER-Projekt sagt Jacqueline: „Ich bin total dankbar, dass ich die Unterstützung von Katharina hatte. Sie war so wertvoll, weil sie mir neue Wege aufgezeigt hat“.

Aber bei Jacquelines komplizierter Erkrankung war sie eben auch nur ein Einstieg. Sie bräuchte weitere Begleitung. „Wir haben ganz vieles herausgefunden und es geht mir viel besser, aber jetzt brauche ich eine ausführliche Ernährungsberatung, wie ich das alles im Alltag auch ohne Unterstützung umsetzen kann“, sagt die junge Frau. Aber die kostet viel Geld. „Scheinbar bin ich nicht krank und nicht dick genug, sonst würde ich sie bezahlt bekommen. Dabei habe ich doch auch ein Recht auf gesundheitliche Unterstützung. Die richtige Behandlung würde ja auch Krankheiten wie Osteoporose und Immunschwäche vorbeugen“. Jacqueline kann vieles alleine. „Aber nur weil ich mich gut ausdrücken kann, heißt das doch nicht, dass ich keine Hilfe brauche“, sagt sie.


Hier gibt es noch eine weitere Erfolgsgeschichte zu lesen.


Sie wollen mehr über unseres abgeschlossenes Projekt “BESSER gesund leben” erfahren?

_logo

GESUNDHEIT FÜR ALLE - JETZT! ist eine Initiative der Evangelischen Stiftung Alsterdorf

© Evangelische Stiftung Alsterdorf

Visuelle Hilfe
leichte Sprache
 
Suche