Im SIMI: Erste barrierefreie gynäkologische Sprechstunde in Hamburg

Meilenstein für bessere medizinische Versorgung von Frauen mit komplexen Behinderungen

Für Frauen mit komplexen Behinderungen gab es bislang keine umfassend barrierefreie gynäkologische Praxis in Hamburg. Jährliche Vorsorge? Behandlung bei gynäkologischen Beschwerden oder gar Erkrankungen? Fehlanzeige. Immer wieder berichteten Frauen und ihre Angehörigen von ihrer verzweifelten und vergeblichen Suche nach dieser eigentlich selbstverständlichen Grundversorgung. Doch nun gibt es einen Anlaufpunkt: Das Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI) am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf (EKA) bietet montags bis mittwochs gynäkologische Sprechstunden für erwachsene Frauen mit komplexen Behinderungen (z.B. mit geistiger oder schwerer Mehrfachbehinderung), die eine entsprechende haus- oder fachärztliche Überweisung haben. Die drei Gynäkologinnen Kerstin Jepsen, Ronja Tabery (Foto) und Gesine Quentin sind regelmäßig für die Frauen da. Sie kennen sich mit den besonderen Bedarfen und Bedürfnissen aus und haben für ihre Arbeit auch die nötige Ausstattung. So konnte beispielsweise ein spezieller gynäkologischer Stuhl angeschafft werden, der es auch Frauen ermöglicht, auf den Untersuchungsstuhl zu kommen, die das aus eigener Kraft nicht können. Im Bedarfsfall steht dafür auch ein so genannter Lifter zur Verfügung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese Versorgungslücke in Hamburg endlich schließen können“, sagt Dr. Janina Schwabl, Neurologin und Oberärztin am SIMI. Für die Versorgung von Frauen mit komplexen Behinderungen ist das neue Angebot ein Meilenstein. „Wir freuen uns, dass wir die Versorgung für diese Gruppe von Frauen verbessern können. Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist für Menschen mit Behinderung häufig schwierig, so dass Erkrankungen nicht angemessen behandelt werden können.  Gesundheit ist jedoch ein wesentlicher Aspekt von Teilhabe – deshalb ist ein solches Angebot so wichtig“, sagt Ulrich Scheibel, Medizin-Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Um die Situation insgesamt zu verbessern, bietet die Stiftung beispielsweise Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte und medizinisches Fachpersonal an und bringt ihre Expertise ein. Expertinnen aus dem Bereich „Inklusive Gesundheit“ arbeiten außerdem intensiv an einem Runden Tisch mit, den die Hamburger Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, Ulrike Kloiber, eingerichtet hat. Er kümmert sich darum, die gynäkologische Versorgung für Hamburgerinnen mit Behinderungen in allen Bezirken zu verbessern.

Kontakt zum SIMI finden Sie hier

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