Mehr als 1400 Menschen aus aller Welt haben im Gebäude der Vereinten Nationen in Wien drei Tage lang über Inklusion diskutiert. Und wir waren dabei. Wir waren eingeladen, „Gesundheit für alle – jetzt!“ bei der Zero Project Conference 2026 vorzustellen. Das war spannend, inspirierend und auch berührend.
Als eines von 586 Projekten aus 93 Ländern hatten wir uns mit der Initiative „Gesundheit für alle – jetzt!“ um die „Zero Project Awards 2026“ beworben und es auf die Shortlist geschafft. Und der Einladung, die ESA-Initiative einem so internationalen Publikum vorzustellen, sind wir gerne nachgekommen. Und so waren Birgit Pohler und Sandra Wilsdorf vom 18. bis 20. Februar bei der Zero Project Conference 2026. Bei einem „Fireside Chat“ haben wir von den verschiedenen Projekten und unseren Erfahrungen berichtet (#ZeroCon26 The “Health for All – Now!” Initiative for an inclusive healthcare system).
Bei der Zero Project Conference ging es in insgesamt 142 Veranstaltungen um Projekte in aller Welt, die dazu dienen, die unterschiedlichsten Barrieren abzubauen. Die Oberthemen 2026: Barrierefreiheit, Informations- und Kommunikationstechnologie und Reaktionen auf akute Krisen („Crisis Response“). Das reichte von Rollstuhlinnovationen bis hin zu einem besseren Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, von Avataren, die den Zugang zur Kommunikation erleichtern, bis hin zu innovativen Politikansätzen; von Lösungen für Katastrophenschutz, bei denen Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt stehen, bis hin zu inklusiven Parks und vieles, vieles mehr. Wer die Veranstaltungen ansehen möchte, sie wurden alle gestreamt: Zero Project – YouTube.
Dabei gab es auch viele berührende Momente – etwa als drei junge Frauen aus Nigeria, Kenia und den Niederlanden bei der Veranstaltung „Young persons with disablities as changemakers“ von ihren Erfahrungen berichteten. Sie alle arbeiten in Projekten, die junge Menschen mit Behinderungen zu Trainern und Coaches für Inklusion ausbilden und die Kraft der Erfahrung für Inklusion einsetzen. Sie sind „DIFs – Disablity Inclusion Faciliators“, Inklusionsbegleiter, die Einfluss auf Organisationen, Kommunen und Unternehmen nehmen, und sie davon überzeugen, dass mehr Inklusion nicht so schwierig ist. Die junge Nigerianerin beispielsweise erzählte davon, wie sie sich als Kind immer versteckt habe, „weil die Menschen wegen meiner Behinderung sich in meiner Nähe unwohl fühlten, also bin ich weg geblieben“. Ihre Reise als DIF habe dazu geführt, „dass ich mich nicht mehr verstecke“. Sie spreche stattdessen nun vor vielen Menschen und habe erkannt, wie viele Möglichkeiten es auch für Menschen wie sie gebe, „und dass da draußen noch viele andere sind, die gedacht haben, sie müssten ihr Leben in einer Box verbringen. Aber durch mich sehen sie, was möglich ist“.
Inspirierend waren auch die vielen Begegnungen mit Menschen, die in anderen Gegenden der Welt leben, aber das Gleiche wollen. Manchmal sind dabei die Ansätze sehr ähnlich. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich weit die einzelnen Länder in Sachen Inklusion sind – wir wurden in vielen Gesprächen nach unseren Erfahrungen und Projekten befragt. Wir konnten Anregungen geben, haben Impulse bekommen und viele Kontakte geknüpft, die wir vertiefen wollen.
Zum Hintergrund: Das Zero Project ist eine 2008 von der österreichischen gemeinnützigen Essl Stiftung gegründete globale Initiative, um die Umsetzung der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) voranzutreiben. Das Zero Project arbeitet an einer Welt ohne Barrieren und sucht dafür nach den weltweit besten Lösungen, macht diese bekannt und vernetzt die Akteur*innen miteinander. Hier geht es zur Website: Zero Project: innovative solutions for a world with zero barriers | Zero Project
